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Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Deutschland – da geht noch mehr!

Familienfreundlichkeit muss in der Unternehmenskultur fest verankert sein und tatsächlich gelebt werden!
Die Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend „Familienfreundliche Unternehmenskultur- Der entscheidende Erfolgsfaktor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zum Zusammenhang zwischen dem Grad der Familienfreundlichkeit der Unternehmenskultur und einer gelebten Vereinbarkeit von Familie und Beruf vom Jahr 2017 zeigt ein klares Bild davon, wie familienfreundlich die Unternehmenskultur heute aus der Perspektive der Beschäftigten und des Unternehmens selber gesehen wird und wo Diskrepanzen bestehen. Die Ergebnisse der Studie gehen auf telefonische Interviews mit 300 Unternehmen und 1085 Beschäftigten zurück. Darüber hinaus lassen sich aus den Ergebnissen drei verschiedene „Kulturtypen“ von Unternehmen identifizieren hinsichtlich ihrer Unternehmenskultur.
Hinsichtlich der Wahrnehmung der Familienfreundlichkeit des Unternehmens zeigt sich zwischen den Beschäftigten und den Unternehmen ein sogenannter „Kulturgap“. Beschäftigte kommen bei den Fragen zur Unternehmenskultur und der Familienfreundlichkeit des Unternehmens zu weniger positiven Einschätzungen als die Unternehmen. Während beispielsweise 44 Prozent der Unternehmen sich als sehr familienfreundlich einschätzen, stimmen lediglich 24% der Arbeitnehmer der Aussage über den hohen Grad an Familienfreundlichkeit des Unternehmens zu. Problematisch ist auch, dass das tatsächliche und bekannte Maßnahmenangebot häufig auseinanderfallen und die Beschäftigten häufig über die wirklichen Maßnahmen zur Familienfreundlichkeit im ganzen Umfang keine Kenntnis haben. Der Abbau dieser teilweise erheblichen Wahrnehmungsunterschiede muss also einer besonderen Bedeutung bei der Verbesserung zukommen. Aus den Studienergebnissen lassen sich darüber hinaus vier Elemente einer familienfreundlichen Unternehmenskultur ableiten. Maßnahmen der Familienfreundlichkeit sollten passgenau und zielgruppengerecht sich auf die Bedürfnisse der Beschäftigten anpassen. Besondere Wichtigkeit kommt der Rolle der Führungskraft bei. Dieser sollte ein glaubhafter Vermittler der Angebote zur besseren Vereinbarkeit sein. Darüber hinaus sollte die Familienfreundlichkeit im Unternehmen fest im Werte- und Steuerungssystem des Unternehmens verankert sein. Hier geht es darum wie transparent die Angebote gemacht werden und wie diese kommuniziert werden.
Gemessen am Grad der Familienfreundlichkeit lassen sich aus der Studie „Die Champions“, „Die Soliden“ und „Die Nachzügler“ ausmachen. Diese unterscheiden sich deutlich in der Ausprägung bestimmter Kulturmerkmale und weisen jeweils typische strukturelle Eigenschaften auf. Während die Champions Vereinbarkeit als Teil des Unternehmensalltags verstehen und die Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf aktiv angeboten werden, pflegen die Soliden zwar eine familienfreundliche Kultur, fördern diese Vereinbarkeitsmaßnahmen aber nicht aktiv. Die Nachzügler hingegen verstehen Vereinbarkeit nicht als zentralen Bestandteil der Unternehmenskultur. Die Inanspruchnahme von Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit kann sich in diesem Unternehmenstyp eher negativ auf die Karriereentwicklung auswirken. Neben der Analyse des Status Quo gibt die Studie auch Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der familienfreundlichen Unternehmenskultur. Zunächst sollte der Status Quo in dem Unternehmen analysiert werden und eine Bestandsaufnahme getätigt werden. Verbindliche Vereinbarkeitsziele und die Verankerung in ein Regelwerk helfen dem Unternehmen seine Angebote zu institutionalisieren. Maßnahmen sollten ständig überprüft werden und an die Bedürfnisse angepasst werden. Der Kulturwandel sollte glaubhaft gegenüber den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen kommuniziert werden und glaubhaft gelebt werden. Wichtig ist auch, dass Unternehmen die Zielerreichung dauerhaft kontrollieren und weitere Anpassungen vornehmen.

Die Studie in voller Länge finden Sie hier:

zur Seite der Studie des BMFSFJ

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